Schloss Elmau mit Flaggen

Vorrangiger Ausbau des Digitalfunks im Oberland

Das bayerische Staatsministerium des Innern teilte heute mit, das in der Region um den G8 Gipfel 2015 der Digitalfunk vorrangig ausgebaut werden soll. Die komplette Umstellung soll schon vor dem Gipfel abgeschlossen sein.

UrsprĂŒnglich war geplant, im Herbst 2015 auf den Digitalfunk in der Region umzustellen. Bereits seit einigen Monaten gab es GerĂŒchte, die Umstellung solle schneller erfolgen. Mit der Bekanntgabe des Tagungsorts fĂŒr den G8 Gipfel wurde diese Beschleunigung nachvollziehbar, und heute schließlich vom Innenministerium bestĂ€tigt.
Bisher waren immer wieder Stimmen zu hören, die den Digitalfunk in der bayerischen Alpenregion kritisch sahen. Die Kritik bezieht sich dabei zum einen auf technische Aspekte des Digitalfunkstandards TETRA, zum anderen auf die Umsetzung einer definierten VersorgungsgĂŒte. Letztere wird durch verschiedene FĂ€lle abgestuft. Diese reichen von der Funkversorgung in KFZ bis zum HandsprechgerĂ€t im GebĂ€ude auf GĂŒrtelhöhe. Bundesweit ist die flĂ€chendeckende Versorgung fĂŒr KFZ und fĂŒr "HandsprechgerĂ€te im Freien auf Kopfhöhe in Siedlungsgebieten" definiert (GAN). Bayern hat sich fĂŒr GAN+X, also eine erweiterte Versorgung entschieden, und will zusĂ€tzliche Stufen realisieren. Neben Siedlungsgebieten sollen fĂŒr HandsprechgerĂ€te auch die Autobahnen und ausgewĂ€hlte Grenz- und Berggebiete abgedeckt werden. Wie die Funkversorgung in Gebieten, die touristisch und forstwirtschaftlich genutzt werden, aber keine Infrastruktur im Bereich der Stromversorgung bieten, genau umgesetzt wird, und ob es dort ĂŒberhaupt ein Netz geben wird, ist noch nicht klar. Auch gibt es auf der technischen Seite ungeklĂ€rte Punkte. So soll die Rufaufbauzeit (also die Zeit vom DrĂŒcken der Sprechtaste bis zum Ausbau der Verbindung) in Gebieten ohne Funkversorgung 1 Sekunde und mehr betragen. FĂŒr manche FĂ€lle im Bereich der Rettung kann das problematisch sein.
Sicherheit in all diesen Fragen wird aber nur die Praxis geben können. FĂŒr die Elmau und das umliegende Gebiet, begrenzt von Garmisch-Partenkirchen, Klais und Mittenwald, kann aber von einer sehr guten Versorgung ausgegangen werden. Ein Großteil des Gebiets liegt in direkter Sicht von gut erschlossenen Orten, zum Beispiel den Osterfeldern ĂŒber Garmisch-Partenkirchen. Man kann auch davon ausgehen, dass zum Gipfel zusĂ€tzliche Basisstationen aufgebaut werden.

(PR - 28.02.2014)

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